Parkplätze für die Messestadt

Ihre Meinung

home


Hallo,
ich habe den Brief von Hr. Dr. Christian Baretti mit staunen gelesen und dachte, ich bin in einer anderen Welt. Ich bin selbst betroffen, denn mein Sohn und meine Enkelkinder wohnen in der Messestadt Riem. Sie können sich vorstellen, das ich sehr offt in dieser Ecke zu tun, und auch viele Gegenstände zu tragen habe. Ich glaube nicht, dass das jemand so naiv sein kann und nicht auf die geparkten Autos blicken kann. Das Auto ist ein Teil unseres Lebens. Vieleicht sollten wir die Autos abschaffen und zu Pferdekutschenzeit zurück gehen. Ich habe noch einen Vorschlag: Wenn einer keine Autos sehen kann, der sollte in eine Gegend ziehen wo garantiert keine Autos zu erwarten sind.
Mit freundlichem Gruß
M. S.
20 Dezember, 2005 



B. Sowa, Lehrer-Wirth-Str. 25, 81829 München

Herrn
Dr. Christian Baretti
CSU Stadtratsfraktion
Rathaus
80333 München
25.04.03


Sehr geehrter Herr Dr. Baretti,

aus der Presse habe ich entnommen, dass Sie die Parkplatzsituation in der Messestadt kritisieren.

Die Nähe zur Messe hat eben die Besonderheit, dass mit Parkräumen klug umgegangen werden muss. Den Messebesuchern ist kein Weg zu weit, um 8 Euro Parkgebühr zu sparen. An Messetagen stehen die Besucher und Lieferanten bis in den südlichsten Teil der Messetadt.
Die Messe GmbH und die Stadt hat bis jetzt Verkehrsprobleme in der Messestadt zufrieden stellend gelöst. Von diesem Weg sollte nicht abgekommen werden.

Wir und ganz viele andere, nämlich diejenigen, die nicht vom Amt für Wohnungsvergabe (Sozialwohnungen) wissentlich und wollentlich hier hergezogen sind, haben dies unter der Voraussetzung getan, den Straßenraum als Lebensraum zurück zu gewinnen und nicht um aus dem Fenster oder vom Balkon aus in die eng bebauten Straßen auf eine Flut von Autos blicken zu müssen.
Ich ersehne den Tag herbei, an dem die Lehrer-Wirth-Straße endlich der Öffentlichkeit gewidmet werden und die Wildparkerei ein Ende hat.

Es ist zutreffend, dass die Straßen und - leider auch teilweise die Gehwege - zugeparkt sind, von Besuchern des Parks, Handwerkern, Besuchern und von Bewohnern, die zu bequem sind, ihr Auto in die reichlich vorhandenen Tiefgaragenstellplätze zu schaffen.

Was würde es bedeuten, wenn in der Messetadt, 1. BA, mehr oberirdische Plätze hergestellt werden würden?
Meine Besucher oder Besucher der Sportveranstaltungen würden dort nicht stehen: Messebesucher, Parkbesucher und bequeme Mieter und Eigentümer würden dort stehen.

Es ist richtig, dass der hier sehr zu Freude der Messestädter agierende Sport-Verein nicht in ausreichender Anzahl oberirdische, schulnahe, freie, kostenlose Stellplätze vorfindet. Dies ist bedauerlich, war jedoch auch abzusehen.
Für den Turnverein sehe ich nur eine Möglichkeit, den grundsätzlichen Fehler der Platzierung der Schule wieder gut zu machen: Stellplätze, auf denen ein Parken bis zu 2 Stunden möglich ist. Aber selbst dann, wenn diese Stellplätze installiert sind bleibt die Frage, wer dann auf diesen Plätzen steht. Besucher der Sportstunden?

Es ist richtig, dass die konzeptionierten kleinteiligen Gewerbebetriebe in den „Ecken“ der verschiedenen WA´s schon alleine aufgrund der Parksituation nicht funktionieren können. Dies war bereits vor vielen Jahren absehbar und man ist wohl nunmehr von diesem Zwang für die Bauträger abgekommen (in der seit über einem Jahr leerstehenden Gewerbeecke im südlichsten Teil der Messestadt wird der Gewerberaum gerade zu Wohnungen umfunktioniert).
Weiter ist richtig, dass Veranstaltungen auf der Promenade (seien es Feste, Künstlerveranstaltungen oder Flohmärkte) auch allein deswegen gar nicht funktionieren können. Auch dies ist einem Laien offensichtlich und wird den verantwortlichen Städteplanern vielleicht erst in ein paar Jahren klar.


Ich habe im Juli 1999 einen 8seitigen Fragenkatalog an Frau Thalgott gesandt in Bezug auf das damalige Parkraumkonzept. Meine damalige Berechnung mit dem Ergebnis eines Stellplatzschlüssels von ca. 0,56 % hatte unrichtige Grundlagen. Ich wusste damals nicht, dass der Stellplatzschlüssel für Sozialbauwohnungen nur 0,6 % beträgt. Bei einem - damaligen - Sozialbauwohnungsanteil von 40 % und nunmehr sogar 42 % verschiebt das die Berechnung gewaltig. Mit hat damals niemand widersprochen. Eine Antwort auf meinen 8seitigen Fragenkatalog habe ich von der Stadt nicht bekommen.

Im Herbst 1999 haben Sie beantragt, für jede Wohnung einen Stellplatz herzustellen. Dies ermöglichte einen Schlüssel von 100 %. Diese Tatsache ist gut, schafft sie doch Freiräume für autobesitzende Sprößlinge - und Gottseidank - Besucher.

Unsere momentane Auslastung der in Betrieb genommenen Tiefgarage beträgt lediglich ca. 80%. Nicht in Betrieb genommen, baulich hergestellt, und daher völlig leer stehend, ist das Parkhaus.

Was ist annehmbar, was nicht?
Es ist richtig, dass ein Besucher, der sein Auto gegen Gebühr in einem Parkhaus unterstellen muss, nicht recht erfreut über die Parkplatzsituation ist. Aber lieber ist der Besucher und der Messebesucher nicht recht erfreut, als dass ich den Rest meines Lebens auf zugeparkte Straßen blicken muss.

Wo ist der Unterschied zwischen der Messetadt und der Altstadt?
Der Unterschied liegt darin: Kommt mein Besucher hier her und findet in den ca. 320 Stellplätzen des ersten BA keinen Parkplatz, hat er die Möglichkeit, auf den 2.700 Parkplätzen der Riem-Arkaden oder auf einer Fläche im Parkhaus oder der Tiefgarage oder mit auf den 1027 Plätzen der Park an Ride Anlage Messestadt Ost (ist mit der Park an Ride GmbH zu vereinbaren) sein Auto unter zu stellen. Diese Möglichkeit hat der Altstadtbesucher nicht.

Dann wäre es doch viel einfacher, wie bereits seit drei Jahren gewünscht, Besucherparkplätze in der vorhandenen Tiefgarage in der Nähe der Schule auszuweisen. Aufladbare Chipkarten oder Papierkarten über den Turnverein auszugeben, oder aber, wie seinerzeit von Frau Wittl vorgeschlagen: Eine grundsätzliche Einfahrmöglichkeit in die Tiefgarage für einen bestimmten Stellplatzbereich, mit Ausfahrtgebühr bei Überschreitung einer bestimmten Zeit.

Ich habe seinerzeit den Antrag gestellt, Besucherparkplätze zu installieren. Dies wünsche ich nach wie vor. Nicht jedoch in den Straßen, denn das widerspricht grundsätzlich dem wünschenswerten Konzept der nicht verparkten Straßen, sondern in den sonstigen, reichlich vorhandenen Stellplätzen. Ich und Frau Silvia Wittl haben bereits im Jahr 2000 (Brief an OB Ude und 2001 (Antrag Teilbürgerversammlung) konkret angeregt, Chipkarten für die Tiefgarage für Besucher zur Verfügung zu stellen. Die Tiefgarage in der Messetadt hat Plätze frei, dies ist also kein wirkliches Problem.

Die Gründung der Verwaltung-Firma Auto Park Riem GmbH und die Verwaltung selbst wird von den Tiefgaragenmietern mit viel Geld bezahlt. Nun gilt es, diese Kräfte einzusetzen.
Der nun fast entstandenen Parkraumüberschuss muss nun einfach verwaltet und genutzt werden.

Mit freundlichen Grüßen
Brigitte Sowa