- Die
ständige Bewachung wurde endlich aufgehoben !
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Ende der
Aktion
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Unterschriftensammlung
'Hochsicherheitstrakt Schwankhardtweg' Wir sagen NEIN
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Unterschriftenliste
zum Ausdrucken
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Das
ist wirklich eine 'Zeitbombe" SZ
vom 26.04.2001
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Ein
Leben im Hochsicherheitstrakt SZ vom 19.07.2000
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SZ
vom 26.04.2001
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Riem: Betreuer hegen
für das Asylbewerberlager am Schwankhardtweg die schlimmsten
Befürchtungen
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"Das ist wirklich
eine 'Zeitbombe'"
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Regierung von
Oberbayern dementiert die meisten Vorwürfe und will am Konzept
der Bewachung nichts ändern.
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von R e n a t e W i
n k I e r -S c h 1 a n g
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Nur eine
Aslybewerberunterkunft in Oberbayern wird von einer ständig
anwesenden Mannschaft streng überwacht: das Lager im
Schwankhardtweg in Riem. Diese eine Asylbewerberunterkunft gerät
in jüngster Zeit immer wieder in die Schlagzeilen wegen
defekter Heizung und zurückgehaltener Post, fehlender Duschen
und kaputter Kochplatten, jüngst sogar wegen eines
Zwischen-falls, bei dem laut einer Presseerklärung der
"Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und
Migrantinnen" ein Bewohner
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bei einer Zimmerkontrolle
der Verwaltung zusammengeschlagen wurde. Eilig folgen stets
Gegendarstellungen der Regierung von Oberbayern oder relativierende
Meldungen der Polizei. Bleibt die Frage: Ist die durch die
Bewachungssituation äußerst gespannte Atmosphäre
tiefere Ursache für all die Aufregung, für die drohende
Eskalation?
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Touré Daw-Nitse,
Bewohner im bewachten Lager, hat nach Angaben der "Karawane"
ein kritisches Rundfunkinterview gegeben über sein Leben im
Lager. Schon am Morgen danach wurde von Verwalter Peter Vogt sein
Zimmer untersucht, ein Heizlüfter beschlag-nahmt, der
Kinderwagen aus dem Zimmer seiner Familie entfernt. Es kam da-nach
offenbar zu einem Handgemenge, bei dem die dazu gerufene Polizei
Pfefferspray einsetzte. Der Flüchtling wurde im Krankenhaus
behandelt, berichtet die "Karawane".
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Für die Organisation
ist dieser Zwischenfall "der vorläufige Höhepunkt in
einer Auseinandersetzung um die Misstände, die seit langem in
der Unterkunft herrschen". Martina Hansel-Wolfshörndl,
Sprechern des sozialen Netztwerks Regsam (Regionalisierung sozialer
Arbeit in München), sieht die Wurzel allen Übels in der
Bewachungssituation: "Das ist auf Eskalation angelegt",
ist ihre Auffassung. Die Situation habe sich vielleicht etwas
verbessert durch Gespräche zwischen Regierung von Oberbayern
und dem das Lager betreuenden Caritas-Sozialdienst, die das Münchner
Flüchtlingsamt auf Initiative des örtlichen
Bezirksausschusses zu Stande brachte. Doch die da zugesagten
Lockerungen in der Überwachung würden nicht richtig in die
Praxis umgesetzt.
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Die Beobachtung der
Regsam-Sprecherin: "Es herrscht eine groBe Frustration im
Lager, unter den Bewohnern. Die Betreuerinnen der Caritas sind am
Bo-den, die Bevölkerung verunsichert." Erschütternde
Szenen spielten sich immer wieder dort ab: "Die provozieren
sich gegenseitig. Die Kinder reizen die Wachen, die Wachen die
Erwachsenen. Diese assoziieren damit eine Lager-Situation.'. Das
Bewachungspersonal handle teilweise "sehr willkürlich".
So seien gespendete Weihnachtspakete einfach im Schnee liegen
geblieben. "Da muss sich etwas auf-schaukeln, das ist wirklich
eine Zeitbombe. Man kann Menschen so nicht behandeln", sagt
Hansel-Wolfshörndl.
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Die Schikanierten melden
sich nun über die "Karawane" auch selbst zu Wort,
wenngleich aus verständlichen Gründen anonym: Sie fühlen
sich seit neun Monaten, seit die Wachen hier Posten bezogen, einer
"unglaublichen sozialen Ausgrenzung" ausgesetzt. "Die
Situation verschlimmert sich von Tag zu Tag."
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Im Alltag leiden sie aber
auch unter den Unzulänglichkeiten des Lagers, die vom Verwalter
offenbar nicht behoben werden: Lange Schlangen bilden sich vor den
einzelnen Duschen oder Toiletten, in einen Haus funktioniert nur
eine einzige Kochplatte. Frierende Flüchtlinge beklagten sich
in den kalten Osterferien ta-gelang über die defekte Heizung,
ohne dass die Heimleitung Abhilfe schaffen konnte. Babys und Kinder
erkrankten an Bronchitis: " Was haben diese unschuldigen Kinder
getan, dass sie schritt weise getötet werden", fragen die
Asylbewerber. " Verdienen wir das? Immerhin zahlen wir unsere
Miete. Wer kann eine solche Misshandlung hinnehmen? Warum wir? Warum
unsere Kinder?"
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Weitere Vorwürfe
gegen den Verwalter: Einladungen für ein Treffen einer
Flüchtlingsorganisation wurden den Bewohnern erst nach dem
Termin ausgehändigt. Private Briefe desselben Datums erhielten
die Asylbewerber viel früher. Sie argwöhnen: ".
..vielleicht, weil uns der Leiter des Lagers, wie er uns bereits
angedeutet hat, verboten hat, Politik zu machen?" Sie verstehen
nicht: "Warum hält man uns unsere Rechte vor? Obwohl wir
schlicht und einfach in Deutschland sind, eine der größten
Demokratien der Welt!"
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Stefanie Weber,
stellvertretende Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern, mag
hinter solchen Vorfällen wie die-sem oder dem zeitlichen
Zusammentreffen von Interview und Zimmerbegehung bei Touré
Daw-Nitse keine Absicht er-kennen. Die Heimleitung müsse sich
regelmäßig versichern, dass dem Brand-schutz Genüge
getan sei und auch keine Fluchtwege versperrt sind. Dementiert wird
von der Regierung auch, dass die Verwaltung Heizung, Duschen,
Toiletten, Herde verkommen lasse: Es werde im Gegenteil stets
kontrolliert und immer schnell repariert: " Wir sind am
dransten", sagt Weber.
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Am Konzept der Bewachung
will die Regierung nichts ändern: "Der Schwankhadtweg ist
die bewachte Unterkunft, die wir vorhalten für etwaige
Konfliktfälle." Das habe sich in der Vergangenheit mit der
Schleißheimer Straße bewährt Im Alltag solle das
aber für die Bewohner nicht allzu spürbar sein: "Klar,
dass wir kein Interesse an Eskalation haben"
- SZ
vom 19.07.2000
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Ein Leben im
Hochsicherheitstrakt
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Caritas-Mitarbeiter
fühlen sich schikaniert und protestieren gegen
Ausweiskontrollen und Kamera-Überwachung
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von R e n a t e W i
n k I e r -S c h 1 a n g
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Man könnte meinen, am
Riemer Schwankhardtweg sei der BND eingezogen: I)rei Mann bewachen
seit dem 3. Juli rund um die Uhr ein eigens nach hinten versetztes,
vergittertes Einfahrtstor und eine stets verschlossene Pforte.
Dahinter arbeiten aber keine Staatsschützer, hier wohnen 450
Asylbewerber. Vorbei darf nur, wer:sich als Hausbewohner, oder -per
Dienstausweis -als Mitarbeiter des Caritas-Sozialdienstes ausweisen
kann. Alle andern Besucher müssen den Personalausweis hier
hinterlegen. Zusätzlich sollen demnächst Kameras entlang
des sowieso seit langem bestehenden hohen Stacheldrahtzaunes
installiert werden.
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Für die Leiterin des
dortigen Caritas-Dienstes, Silke Müller, haben sich die
Arbeitsbedingungen im seit 1994 ohne große Probleme geführten
Lager so verschlechtert, dass sie sogar daran denkt, die
Caritas-Arbeit hier einzustellen. " Wir erfüllen unsere
Aufgaben im Inte-resse und mit Zuschlüssen der Regierung von
Oberbayern. Wir tun dies für die Bewohner sind nicht für
uns", stellt sie dar. Die neue Bewachung hat ebenfalls die
Regierung als Hausherrin bestellt.
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Die Bewohner, vor allem
Kontingentflüchtlinge aus dem Kosovo, viele von ihnen
traumatisiert und bei Refugio in psychotherapeutischer Behandlung,
fühlen sich durch die Wachmannschaft nicht beschützt. Die
gefängnisartige Unterbringung rufe bei ihnen vielmehr Ängste
her-vor, sagt Silke Müller. Mitarbeiter von Refugio berichteten
bereits über einschneidende Beeinträchtigungen des
Therapie-Erfolgs. Immer weniger Freunde der Bewohner wollen sich der
rigiden Eingangskontrolle unterziehen: soziale Kontakte brechen ab.
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Auch die Sozialarbeiter
fühlen sich schikaniert. Zunächst mussten sie eine Liste
der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und deren Autokennzeichen
abliefern. Inzwischen kündigte ihnen der Verwaltungsleiter an,
die Wachen könnten nicht immer die gesamte Caritas-Liste
durchgehen, also müssen auch die Ehrenamtlichen ihre Ausweise
hinterlegen.
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Die erste Helferin, eine
Österreicherin, hat sich beklommen zurückgezogen. Für
das Lager mit insgesamt 120 Kindern, die auf Hausaufgabenbetreuung
angewiesen sind, ein großer Verlust.
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Seit neuestem darf die
Unterkunft Sachspenden nur noch während der Bürozeiten des
VOll der Regierung angestellten Verwalters erhalten, Helfer aus der
katholischen Gemeinde Christi Hilmmelfahrt mit Kleidungsspenden
wurden im strömenden Regen an der Einfahrt gehindert: Die
Wachen verlangten, dass Caritas-Mitarbeiter die Sachen am Tor
abholen sollen, berichtet Silke Müller Beim Sommerfest des
Lagers wollte sie noch einigen Helfern nach dem Aufräumen
wollten sie in ihrem Biiro zum Dank ein Glas Sekt
anbieten. Die neuerdings rigoros gehandhabte
"Sperrstunde" hinderte sie daran: Nach 22 Uhr dürfen
sich nur noch Bewohner auf dem umzingelten, hoch bewachten Gelände
aufhalten. In der Vergangenheit konnte die Caritas auch vielen
kurzfristig "illegal" gewordenen Klienten von außerhalb
schnell zu einer neuen rechtmäßigen
Aufenthaltsgenehmigung Verhelfen oder sie auch zur freiwilligen
Ausreise motivieren, Dieser Personenkreis traue sich nun natürlich
nicht mehr hier her.
Wiederholt hatten Caritas-
und Refugio-Mitarbeiter seit Bekanntwerden des ersten
Bewachungs-Gerüchts das Gespräch mit der Regierung gesucht,
berichtet Müller. Erst kurz vor dem endgültigen Einsatz war
es so weit. Die Begründungen für die Aufrüstung am
Schwankhardtweg leuchten den Asylbewerber-Betreuern jedoch nicht ein:
Da hieß es, es müsse ein Möbellager der Regierung
geschützt werden, das aber noch gar nicht hier eingerichtet ist.
Argumentiert wurde auch mit "schwierigen" Klienten, von
denen es aber laut Regierung so viele gar nicht geben soll. Neuestes
Argument: Ein ständiger Wachdienst müsse vorgehalten
werden, da von diesem notfalls auch die Unterkunft am Flughafen mit I
betreut werden muss. Müller ist fassungslos: "Und dafür
sitzen hier nun Tag und Nacht je drei Mann. Es ist klar, dass die
sich schon aus reiner Langeweile stets unsere Ausweise zeigen
lassen, obwohl sie uns längst kennen. "
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