Einladung zur
Riemer Radl Runde - Tour zu den kunstprojekten_riem


Wann: Dienstag, den 15. Oktober 2002, 18 Uhr
Treffpunkt: Infobox, Willy-Brandt-Allee 1, Messestadt Riem, München
Ausstattung: Fahrrad
Bei Regen muss die Veranstaltung leider ausfallen.

Halbzeit bei kunstprojekte_riem!
Drei Jahre Kulturarbeit für und mit der entstehenden Messestadt Riem haben
ihre Spuren hinterlassen. Neben Beteiligungsprojekten, Aktionen und
Ausstellungen haben auch die zahlreichen Arbeiten im Außenraum die
Lebenswirklichkeit des Stadtteils geprägt.

Am 17. Oktober 2002 entscheidet der Kulturausschuss des Münchner Stadtrats
darüber, wie lange es den Modellversuch kunstprojekte_riem noch geben soll.
Bisher liegen Anträge der verschiedenen Fraktionen auf eine Verlängerung von
zwei bis vier Jahren vor.

Vor diesem Hintergrund möchte kunstprojekte_riem gemeinsam mit Riemer
Bürgerinnen und Bürgern sowie interessierten Kunstfreunden und
Medienvertretern eine Bestandsaufnahme aktueller Projekte im Außenraum
machen. Wir laden sie deshalb ein, mit uns eine Radtour zu den Standorten
der derzeit sichtbaren Projekte zu unternehmen.

Wie haben Künstler und ihre Arbeiten den Werdegang des neuen Stadtteils
begleitet und geprägt? Wo hat die Kunst "Stadtmarken" gesetzt und
"Gesellschaftsräume" mitgestaltet? Eine Antwort darauf will Kuratorin Dr.
Claudia Büttner geben, die die Tour begleiten wird. Vorbei an der
Lichtinstallation Verwandlung von Chema Alvargonzález am ehemaligen
Flughafentower führt die Route vor allem zu diesjährigen Arbeiten:

An den Duft-Automaten von Sissel Tolaas kann man den typischen Riemer Geruch
über Nase und Ohren aufnehmen. Die norwegische Künstlerin, die sich mit dem
Phänomen Geruch und dessen verbaler Umsetzung beschäftigt, hat einen eigenen
Duft der Messestadt kreiert und dazu die Meinungen und Empfindungen von
Riemer Bürgern unterschiedlichster Nationen gesammelt. Beide (Duft und
Stimmen) sind heute an drei Standorten abrufbar und überlassen dem Besucher
selbst die Entscheidung: like it/like it not/like it...

Neuland verlangt nach Orientierungshilfen und Identifikationsflächen. Die
Stadtzeichen Herz, Hand, Mund des Berliner Künstlerpaares Renata Stih und
Frieder Schnock wirken multifunktional: Hoch und leuchtend sind sie schon
von weitem Orientierungspunkte zwischen Neubauten und Baustellen. Ihr
kommunikatives Element bleibt in Erinnerung und weckt Erinnerung.

Wo hört die Riemer Realität auf und wo beginnt mediale Fiktion? Liegt die
Messestadt irgendwo im Nirgendwo? Oder vielmehr: Könnte sie dort liegen? Die
Video-Internet-Installation re:site projects von Felix S. Huber und Florian
Wüst (in Zusammenarbeit mit Daniel Burckhardt) kombiniert Liveübertragung
von Videobildern aus der Messestadt mit fiktiven Spielfilmszenen und
interaktiven Textbeiträgen aus dem Internet und gibt sie auf Monitoren im
Straßenraum und auf zwei Projektionsflächen im U-Bahnhof Messestadt wieder.

Manchmal passt ein Gebäude seinen Bewohnern einfach nicht - wie ein zu groß
gekaufter Anzug. Das passiert meist dann, wenn andere die Einkäufe
erledigen. Mit dem Anzug geht man zum Schneider und mit dem Gebäude zu
Katrin Böhm, Stefan Saffer und Andreas Lang. Im Rahmen eines partizipativen
Projekts im Stadtteil Riem traf das Künstler-Architekten-Trio auf Riemer
Feuerwehrleute, die an ihrer neuen Feuerwache 10 einiges zu kritisieren
hatten. In ihrem Projekt Anprobe Feuerwache 10 erarbeiteten die Künstler
zusammen mit der Belegschaft und dem Architekten des Gebäudes eine Reihe von
Umgestaltungsmaßnahmen.
Und die Änderungsschneiderei zeigt bereits erste Ergebnisse.

Wir würden uns sehr freuen, mit Ihnen gemeinsam auf Radltour gehen zu
können.


Weitere Informationen kunstprojekte_riem
Dr. Claudia Büttner,
Christina Kaufmann
Erika-Cremer-Str. 3,
81829 München
Tel.: 089-94379849,
Fax: 089-94379845