IRAK-Krise


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IRAK Geschichte der letzten 100 Jahre

Im 1.Weltkrieg war das osmanische Reich nicht fähig sich gegen die Briten zu wehren. Ab 1918 hatte England die Kontrolle über Mesopotamien erlangt. Seit 1916 kämpften auch arabische Soldaten gegen Osmanien, die England schliesslich mit der Unabhängigkeit belohnte. England plante einen neuen Staat Irak, zu dessen erstem Führer Faisal wurde. Ab 1931 begann der Irak mit der Ölförderung und verbündete sich mit England, das er im 2.WK unterstützte. 1948 beteiligte sich der Irak am 1. Arabien-Israel Krieg (später auch am 6-Tage-K.). 1958 wurde der Irak zur Republik, nach einem Putsch gegen den König. 1974 kam es zu heftigen Kämpfen zwischen der Regierung und den Kurden im Norden. Die Regierung behielt die Oberhand, nachdem der Iran die Waffenlieferungen an die Kurden einstellte.

Im Juli 1979 kam General Saddam Hussein an die Macht. Zur gleichen Zeit untersützte der Iran nach Freiheit strebende Araber im Irak mit Waffen. Ausserdem versuchten beide Staaten mehr Einfluss am persischen Golf zu erlangen. Diese beiden Faktoren kombiniert mit der traditionellen Feindschaft (Religion) führte schliesslich zum so genannten 1.Golfkrieg, ausgeöst durch den Einmarsch irakischer Truppen auf iranisches Gebiet 1980.
1988 schlossen die beiden Länder einen Waffenstillstand, nachdem der Krieg rund 1 Mio. Opfer gefordert hatte. Der Irak warf zur gleichen Zeit neue kurdische Aufstände im eigenen Land nieder und begann intensiv aufzurüsten.

Krieg gegen den Iran (1980 - 1988). Der Irak überfiel iranisches Gebiet und besetzte es. Gegenseitige Gebietsansprüche am persischen Golf und verschiedene Ideologien hatten zum Krieg geführt. Zudem befürchtete der Irak, dass sich die Schiiten im Süden mit den Iranern verbünden würden. Saddam glaubte an einen raschen Sieg, da der Iran wegen der Revolution noch geschwächt schien.Der Iran konnte rasch die besetzten Gebiete freikämpfen (1982). Danach erstarrten die Linien. Irakische Bomber griffen iranische Städte und ÖÖltanker an - der Iran übte Vergeltung. Im Krieg setzten beide Parteien Giftgas ein. Saddam bekämpfte damit auch die Schiiten im Süden, die sich zu wehren begannen. Auf internationalen Druck hin schlossen die beiden Länder Frieden. Im 1.Golfkrieg starben 1 Million Soldaten und Zivilisten (Vergleich 2.WK: 60 Mio. weltweit) 1990 schlossen Irak und Iran Frieden, zur selben Zeit besetzte Saddam's Armee das Öl-Land Kuwait und rief es zu seiner 19. Provinz aus. Ziel war die Kontrolle über die Erdölfelder zu erlangen. Der UNO-Sicherheitsrat stellte dem Irak ein Ultimatum, das aber verstrich.

Krieg um Kuwait (1990 - 1991). Erneut hatte der Irak einen Nachbarn überfallen: Kuwait (1990). Er hatte es auf dessen Öl-Felder abgesehen. Wieder annektierte Hussein das eroberte Gebiet. Der UNO-Sicherheitsrat stellte dem Irak ein Ultimatum. Als dieses verstrichen war, griffen UNO-Truppen den Irak am 15.01.1991 an. Nach 30-tägigen Luftangriffen wollte sich der Irak zurückziehen, stellte jedoch Bedingungen, auf die nicht eingegangen wurde. Die Bodenoffensive gegen den Irak begann. Kuwait war in 100 Stunden befreit und Saddams geschwächte Truppen auch im Irak auf dem Rückzug. Beim Verlassen Kuwaits entzündeten sie die Ölfelder. Am 3. März akzeptierte der Irak die UNO-Bedingungen. Er hatte 100'000 Soldaten und tausende Zivilisten durch Bomben verloren - die Allierten nur 219 Soldaten.
Es war der erste Medienkrieg. Kriegsreporter bekamen das zu sehen, was die Alliierten anboten. Der Welt wurde ein "sauberer" Krieg vorgetäuscht - über die mehr als 100'000 Toten wurde gerne hinweggesehen. Durch diesen Krieg erlangten Sender wie CNN grosse Popularität, da sie vermeintlich objektive Berichterstattungen sendeten. Gerade US-Medien stellten nie die Frage, wieso die USA in den Krieg eingetreten waren. Man begnügte sich mit der Begründung, dass Kuwait Unrecht geschah. Tatsächlich dürfte es den USA primär um den Schutz der dortigen Ölreserven gegangen sein, zusammen mit der Möglichkeit, Militärbasen im Nahen Osten aufzubauen. Das Vietnamtrauma konnte in Teilen auch überwunden werden, obwohl dies sicher nicht zu den grundsätzlichen Auslösern gehört haben dürfte.

Sanktionen der Vereinten Nationen:
1. Reparationszahlungen an Kuwait
2. Auflistung der biologischen und chemischen Waffendepots.
3. Zerstörung der vorhandenen B- und C-Waffen.
4. UNO-Waffeninspektoren, die nach B- und C-Waffen suchen.
5. Zwei Flugverbotszonen im Norden und im Süden zum Schutz der Minderheiten gegen Luftangriffe.

Es war der sogenannte 2.Golfkrieg. Der Irak verlor den Krieg, Saddam blieb jedoch an der Macht. Er musste UNO-Inspektoren in sein Land lassen, die nach Massenvernichtungswaffen suchten, während das irakische Militär neue kurdische Aufstände brutal niederschlug. In den nächsten Jahren verbot Saddam mehrere Waffenkontrollen, was zu Angriffen der USA führte. Seit 1998 sind keine Inspektoren mehr im Irak, die Sanktionen sind aber weiterhin gültig. Tatsächlich haben Inspektoren direkt das Pentagon und die CIA mit Informationen versorgt und sie wurden abgezogen, um Ende '98 Blitzangriffe auf ausspionierte Ziele zu starten. Die der UN vorgeworfene Spionage, die als Grund für die Einreiseverweigerung der Waffeninspekteure durch Saddam angeführt wurde, kann man aus heutiger Sicht, bei aller Abscheu gegen den Diktator, nur als gerechtfertigt bezeichnen. Da die Bevölkerung des Irak durch die UN unter Sanktionen zu leiden hatte, die zu teilweise grauenhaften Zuständen durch Mangelversorgung an Grundnahrung, Wasser und Medikamenten geführt hat, sehen viele Rechtsexperten den Tatbestand des Völkermordes für erfüllt. Einige Verantwortliche innerhalb der UN, die trotz grösster Anstrengungen diese Situation nicht ändern konnten, traten im Laufe der Jahre zurück.

Der Irak verfügte bereits vor 1980 über biologische (B) und chemische (C) Waffen. Im 1. Golfkrieg setzt Hussein Giftgas gegen den Iran und irakische Kurden ein, was er 1991 wiederholte. (Die Türkei flog Angriffe und warf Napalm) Biologische Waffen hatte er nie genutzt, obwohl seine Waffendepots voll damit waren. Nach dem 2. Golfkrieg wurde der grösste Teil der B- und C-Waffen durch die UNO-Inspektoren zerstört. Es ist wahrscheinlich, dass Hussein inzwischen wieder mit dem Produzieren von biologischen Kampfmitteln ist (Milzbrand, Ebola, ect.). Die internationale Staatengemeinschaft versucht mittels Druck erneut Waffeninspektoren in den Irak zu schicken, damit die biologische Gefahr abgewandt werden kann, die vom Irak ausgeht. Zur Zeit verfügt Saddam Hussein offensichtlich nicht über Atomwaffen, jedoch gibt es Beweise, dass seine Physiker daran arbeiten, eine sie zu entwickeln. Sollte dies Saddam Hussein gelingen, dürfte es schwer werden ihn aus dem Weg zu räumen. Ab diesem Moment wäre der Irak eine globale Gefahr. Das Risiko, dass ein Mann wie Saddam Hussein auch Atombomben einsetzten würde, ist gross. Die internationale Staatengemeinschaft steht also unter Zeitdruck, wenn sie die Entwicklung von einer Atombombe im Irak verhindern will. (UN)

Irak Intern
Saddam Hussein bekämpft seit seinem Amtsantritt zwei Problemgruppen: Auf der einen Seite lässt er gezielt vermeintliche Regimegegner durch seinen Geheimdienst ausschalten. Auf der anderen Seite bekämpft er die ethnischen Minderheiten im Norden (Kurden) und Süden (Schiiten), die sich in unregelmässigen Abständen aufbäumen, um vom Diktator loszukommen bzw. diesen zu putschen. Dies ist aber aussichtslos, da sie weder über genug personelle, noch militärischen Mittel verfügen. Saddam hat im Gegenzug keine Skrupel seine Armee gegen ethnische Gruppen loszuschicken, diese mit Giftgas zu töten oder sie zu vertreiben (z.B. die Kurden im Norden Richtung Türkei).

Wirtschaft
Der Irak verfügt über das zweitgrösste Erdölvorkommen der Welt. Seit den 30er Jahren wird Öl gewonnen. Der Ertrag wurde oft ins Militär und Regime investiert, jedoch nicht in die Bevölkerung oder Infrastruktur. Die Ölförderung ist seit den 60er verstaatlicht. Das heutige Exportverbot schränkt die Fördermenge stark ein und der Exportgewinn darf nur für humanitäre Zwecke genutzt werden. Der Irak besitzt ausserdem im bergigen Norden grosse Wasservorkommen, die im Nahen Osten anderen Bodenschätzen gleichzusetzen sind, da die Region meist sehr trocken ist. Daneben hat der Irak Erdgas, Schwefel- und Phosphatvorkommen und es werden kleine Mengen Meersalz und Gips gewonnen.

Saddam Hussein
Saddam Hussein wurde am 28.4.1937 nahe Bagdads geboren. Nach der Schule ging er ins Militär und stieg schnell auf. Ab 1957 begann er seine politische Laufbahn, indem er in die sozialistisch-arabische Baath-Partei eintrat. 1959 beteiligte sich Saddam an einem Attentat auf den irakischen Premierminister, was jedoch misslang. Hussein flüchtete ins Ausland. Erst als seine Partei einen zweiten - dieses Mal erfolgreichen Putsch verbuchen konnte, kehrte er zurück. Hussein wurde rasch zum Generalsekretär der Partei befördert. Sein Ziel war aber das Präsidialamt, das er schliesslich 1979 für sich gewann. Sofort setzte er Verwandte an die wichtigsten Positionen und schaltete die Opposition aus. Seither regiert er das Land diktatorisch.