Konvas 35 mm Kamera 1965 Nr. 1320 Handkurbel
Kurbel gegen Motor ersetzen
Neuen Shutter anfertigen
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Bei der Konvas handelt es sich tatsächlich um eine Filmkamera im Kinoformat, die im Handbetrieb funktioniert, mit Objektivrevolver. Die Kurbel auf der runden Platte sorgt für den Antrieb und die Kurbel unten für den bildweisen Vorschub und, um bei Kamerastillstand den Umlenkspiegel (Shutter), der das Licht das durch das Objektiv auf den Film fallen läßt, in den Objektsucher umzuleiten.


Natürlich gab es zum Entstehungszeitpunkt der Kamera bereits Motoren, die an den Kurbelanschlüssen angebracht, für relativ wackelfreie Bilder sorgten. Warum diese Kamera, deren Baujahr nicht ganz zufällig mit meinem Eigenen übereinstimmt, noch keinen Motor hat, sei dahingestellt, aber bald bekommt sie einen. Dieses russische Kameramodell ist eines, das in seinen unverwechselbaren Art nicht nur bei diversen Raumflügen Verwendung fand, sondern auch für Jahrzehnte lange unvergeßliche Propaganda sorgte.


Neben wissenschaftlichen Arbeiten sind natürlich auch beinah sämtliche Spielfilme dieser Ära in den entsprechenden Bruder- und Schwester-Ländern (Cuba,...) mit ihr entstanden. Hier sieht man den 'Tacho'. Auf ihm erkennt man mit welcher Geschwindigkeit der Film durch die Kamera gejagt wird, stufenlos von ca 0-32 Bildern /sec. Mit dem chromfarbenen Hebel-dreh-Knopf darunter kann der Einzelbildvorschub kontrolliert werden. Auf dem Bild rechts ist der Meter-Zähler zu erkennen, der sich hinten an der Filmkassette befindet. Diese Kassette faßt 60 Meter Fim und das Einlegen des Materials ist nach einiger Übung zwar kein Abenteuer mehr, bleibt aber so lange spannend, bis der Film entwickelt ist. Das Einlegen und Einfädeln erfolgt bei völliger Dunkelheit. Das Anbringen der Kassette kann leicht abgedunkelt erfolgen.


Die Augenmuschel weist eine Besonderheit auf. Da das Licht ja nicht nur in eine Richtung in die Kamera einfallen kann, sondern auch den umgekehrten Weg durch den Sucher findet, verfügt sie über einen Klappmechanismus, der, wenn man das Auge nicht an sie preßt, zwei dünne Bleche vor die Linse schiebt und somit den unkontrollierten Lichteinfall verhindert.


Nach dem rückwertigen Herausziehen der Film-Kassette wird der Blick auf das Bildfenster frei (rechts), auf dem der Film entlang läuft und die Sicht auf das gerade davor befindliche Objektiv von hinten erlaubt. Der Objektivrevolver stammt aus einer Zeit, in der Zoomobjektive noch nicht, oder nur unzureichend funktionieten. So hat man einfach alle erforderlichen Objektive an der kamera angebracht und konnte durch einfaches Drehen das entsprechende Objektiv vor das Bildfenster bringen.


Rechts in der schwarzen Furt ist ein kleiner glänzender stift zu sehen. Dies ist der Hebel, der in die Film-Perforation eingreift und den Film ruckartig, also bildweise weiter schiebt.



Uwe Knietsch